Kelleter setzt auf Lkw-Verbot auf der N62 (!?)

Jan 28, 2021 News

Nachdem die BI ihren Unmut und ihren Frust bezüglich des Projektstopps “Umgehungsstraße N62” in der Presse geäußert hat, meldete sich nun auch die Regionalabgeordnete Anne Kelleter bei den BI-Mitgliedern schriftlich zu Wort.

Die Antworten belegen eindeutig, dass Namür und auch unsere lokalen Volksvertretung jedwede Bodenhaftung verloren haben und unter akutem Realitätsverlust leiden.

Zunächst befürwortet Anne Kelleter die Entscheidung ihres Parteikollegen und WR-Ministers: “Der Minister wird da nicht von abweichen und ich denke, er hat mit dieser Einstellung auch Recht.”  Allerdings spricht sie im gleichen Atemzug von einem “Verkehrsproblem auf der N62, das man angehen muss!”. Ihr Lösungsansatz ist hierbei die Reduzierung des Verkehrsaufkommens auf dieser viel befahrenen Transitstrecke in Richtung Luxemburg. Als obersten Lösungsansatz möchte die Abgeordnete der Grünen jeglichen Lkw-Transitverkehr auf dieser Strecke verbieten. Wir stellen uns die berechtigte Frage, ob das 1.) mit geltendem europäischen Recht vereinbar ist und 2.) wohin Frau Kelleter diese Tausenden von Lkw aus ganz Europa “umleiten” möchte. Eines ist klar: der Lkw-Verkehr wird nicht weniger, sondern in den kommenden Jahren noch deutlich mehr. Die Kelleter-Lösung scheint uns daher nur eine “Verlagerung des Problems” und entbehrt somit jeglicher “Nachhaltigkeit”, ein Schlagwort, mit dem sich die Grünen ja immer wieder gerne schmücken.

Aber auch die Pendler sind bei der Lösungsfindung in den Fokus von Frau Kelleter geraten. So schreibt Kelleter unter anderem: “Zuerst mal wird sich unsere Arbeitswelt ändern. Es wird in Zukunft mehr von zuhause aus gearbeitet und dadurch wird ein Teil des Pendlerverkehrs wegfallen.

Ich sehe schon die Arbeitenden von Leufgen & Co., wie sie von zu Hause aus Häuser bauen, oder aber das luxemburgische Krankenhausnetz mit ihrem täglichen Einsatz unterstützen. Auch die Verkäuferinnen werden ihre Tätigkeiten in Zukunft von zu Hause aus erledigen können… Liebe Frau Kelleter: zur Zeit arbeiten die Leute, für die ein HomeOffice möglich ist, bereits von zu Hause. Also mehr wird es durch Ihre Initiative nicht werden! Das wäre absolute Utopie.

Außerdem wird Frau Kelleter das Schienennetz “massiv ausbauen” um die strategischen Punkte besser miteinander zu verbinden. Im gesamten Raum der südlichen Ostkantone findet man keine Zugstrecke mehr! Wie soll das denn funktionieren? Diese Möglichkeit wurde durch den Abbau der hiesigen Eisenbahnstrecken in den 1950er und 1960er Jahren zu Grabe getragen. Zur Zeit wird auf diesen Verbindungsstrecken gewandert und geradelt!

Auch scheinen Sie mit dem Gedanken gespielt zu haben, den Verkehr auf der N62 durch das Anlegen von Radwegen zu entlasten. Hier reichte selbst Ihre Fantasie offensichtlich nicht aus: “Ich glaube nicht, dass man die N62 Strecke entlasten kann, indem man zb. Fahrradwege ausbaut. Dafür sind die Strecken, die durchschnittlich in diesem ländlichen Gebiet zurück gelegt werden, zu lang und zu hügelig.

Aber “öffentliche Verkehrsmittel” scheinen auch ein Steckenpferd der Grünen zu sein, wenngleich das im ländlichen Raum nach zahlreichen Versuchen nicht klappt und auch nicht klappen kann. “Eine erste Initiative in diese Richtung wurde bereits vom Minister angekündigt. Eine neue Express-Buslinie zwischen dem Süden der DG und der Luxemburger Grenze soll ab September 2021 fahren.” Wir möchten Frau Kelleter darauf hinweisen, dass es eine solche Verbindung bereits seit knapp zwei Jahren gibt… und “nicht nur” von St.Vith bis zum Kreisverkehr Wemperhardt (denn dort würden die Nutzer des öffentlichen Verkehrswesens ohne jegliche Anbindung quasi in der Pampa stehen !) sondern bis Ettelbrück und Diekirch. Dieses Projekt besteht noch, da es massiv von den luxemburgischen Behörden finanziell unterstützt wird. Von Rentabilität überhaupt keine Spur, denn die stündlich fahrenden Busse haben eine Auslastung gen Null!

“Die Verkehrswende ist ein Riesenthema, besonders im ländlichen Raum und ich bin mir bewusst, dass meine Antwort nur einige Aspekte davon abdeckt. Falls Sie weitere Vorschläge haben, um den Verkehrsfluss auf der Strecke zu reduzieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen, können sie mir die gerne zukommen lassen”, so Frau Kelleter in ihrer Email an die BI.

Ja, Frau Kelleter, wir haben einen konkreten Vorschlag: BEENDEN SIE ENDLICH MAL EIN PROJEKT! NUR EINE UMGEHUNG DER ORTSCHAFTEN KANN WIRKLICH EINE LÖSUNG DES PROBLEMS SEIN!

Es geht ja nicht an, dass mit jedem politischen Wechsel die komplette Agenda umgeworfen wird. Dadurch werden zig Millionen € an Steuergeldern verbraten, Geld, das unser Land sicherlich mehr denn je benötigt um aus der Krise zu kommen.

Noch ein Vorschlag unsererseits: MACHEN SIE ENDLICH POLITIK FÜR UNSERE GEGEND! Politische Mitläufer gibt es in Namur genug. Sie sind unser Volksvertreter!

Ihre BI