“Weniger Asphalt”

Jul 11, 2020 Timeline

Laut Mobilitätsminister Philippe Henry (Ecolo) hat die wallonische Regierung den Infrastrukturplan 2020-2026 genehmigt. Nicht nur in den Augen des zuständigen Ministers werden damit starke Akzente in den Bereichen nachhaltige Mobilität und öffentliche Verkehrsmittel gesetzt. Im Bereich Straßenbau sind, zumindest in der Eifel, die fetten Jahre allerdings erst einmal passé. Der Plan soll, so heißt es aus Regierungskreisen, allerdings nur „vorläufig definitiv sein“.

16,2 Millionen Euro von den im Infrastrukturplan vorgesehenen 400 Millionen Euro fließen für den Zeitraum bis 2026 für Straßen nach Ostbelgien. „Nur“ 16,2 Millionen Euro, wenn man die vorgesehenen Mittel mit den in den letzten Jahren investierten Geldern vergleicht. So wurden allein zwischen 2013 und 2015 in der Eifel 35 Millionen Euro in Straßeninfrastruktur investiert. Auch zwischen 2017 und 2019 standen mit der Grunderneuerung der Verbindung Büllingen-Amel-St.Vith große und kostspielige Projekte auf dem Programm. Weitere wie die Umgehungsstraße N62 zwischen St.Vith und der luxemburgischen Grenze warten, offensichtlich vergebens, auf ihre Umsetzung. Das bedauert Christine Mauel (PFF).

In den Augen von Anne Kelleter (Ecolo) ist dieser Plan ein wichtiger Schritt zu einer Mobilität, „die alle Nutzer, die Anwohner und auch das Klima mehr respektiert“. Die Wallonische Region werde allein 250 Millionen Euro für die Sicherheit und den Komfort von Fußgängern und Radfahrern ausgeben. Weitere 150 Millionen flössen in den öffentlichen Verkehr und 23 Millionen Euro in Lärmschutzmaßnahmen, so Kelleter. Ferner werde es ein 300-Mio.-Euro-Budget für die Sicherheit der Infrastruktur geben. Christine Mauel begrüßt den Plan auch im Großen uns Ganzen als ausgewogen.

Der am Donnerstag in seinen großen Linien verabschiedete Mobilitäts- und Infrastrukturplan 2020-2026 betrifft sowohl die Hauptstraßen, die „sekundären“ Straßen, die viele Dörfer und Städte bedienen und durchqueren als auch die Wasserwege und die Radwege, besser bekannt unter Ravel.

Wie Mauel dem GrenzEcho bestätigte, ist der Plan nicht final verabschiedet. Man habe sich lediglich auf die großen Linien verständigt, heißt es aus Regierungskriesen in Namur. Es könne, auch im Bezirk Verviers, noch zu Verschiebungen kommen.

Wie dem auch sei: Als „Leuchtturmprojekt“ in Sachen sanfte Mobilität bezeichnet Ecolo die neue Ravel-Strecke „La Vesdrienne“ von Eupen nach Lüttich. Auch beim zweiten Schwerpunkt, der Erneuerung von Haupt- und Neben

straßen, bleibt die DG, laut dem vom Ecolo-Minister vor- gelegten Plan, nicht auf der Strecke.

Zwischen 2020 und 2026 wird im Norden der DG zum Beispiel die Erneuerung der Neutralstraße zwischen Wel- kenraedt und Lontzen (für 1,5 Millionen Euro) umgesetzt. Die Arbeiten dort sind bereits in vollem Gange.

Es dürfte auch viele freuen, dass die Erneuerung des Be- reichs Rotenberg/Lascheter- weg in Eupen (2,5 Mio. Euro) und die Ortsdurchfahrt Ket- tenis in dem zumindest vor- läufigen Infrastrukturplan vorgesehen sind. Im Süden der DG sind unter anderem die Erneuerung der Orts- durchfahrten von Elsenborn (N647, 1,25 Mio. €) sowie die von Schönberg (N626, 2,5 Mio. €) vorgesehen. Für 1,25 Millionen Euro soll darüber hinaus die N676 zwischen Ei- bertingen und Iveldingen ab- gesichert und mit Fuß- und Fahrradwegen versehen wer- den. Bei so gut wie allen Teil- stücken sollen mit der Stra- ßenerneuerung auch Fuß- und Fahrradwege angelegt werden.

Insgesamt sind für die Stra- ßenbauprojekte in der DG nach aktuellem Stand bis zum Jahr 2026 rund 16,2 Mil- lionen Euro vorgesehen. Dar- in enthalten sind auch 700.000 Euro, die das Anle- gen eines Kreisverkehrs am Garnstock kosten soll.

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