RaVel statt N62-Umgehung?

Feb 14, 2020 Timeline

Nachdem sich in den vergangenen Jahren erfreulich viel im regionalen Straßenbau getan hat, hoffen die Bürgermeister der fünf Eifelgemeinden, dass es jetzt nicht zu einem Investitionsstau kommt. Die Ecolo-Regionalabgeordnete Anne Kelleter wirbt ihrerseits für den Paradigmenwechsel, den ihre Partei in der Mobilität herbeiführen möchte.

Die Verwirklichung von Neubauprojekten wie jenes einer Umgehungsstraße für die N 62 (St.Vith-Luxemburg) dürften unter dem neuen wallonischen Straßenbauminister Philippe Henry (Ecolo) „extrem unwahrscheinlich“ werden, wie Anne Kelleter jetzt auf Nachfrage nochmals bestätigte: „Ich erinnere an die Regierungserklärung, dass der Schwerpunkt künftig eindeutig auf die sanfte bzw. umweltschonende Mobilität gelegt werden soll. Deshalb sollen neue Straßen nur noch dann gebaut werden, wenn dies strategisch sinnvoll ist.“ Denn man müsse sich der Tatsache bewusst sein, „dass jede neue oder ausgebaute Straße nur noch mehr Verkehr anzieht, und das kann weder im Interesse der ortsansässigen Bevölkerung noch der Umwelt sein“.

Marion Dhur: „Ein Fahrradweg wird das Problem der N 62 nicht lösen.“

Das heiße aber nicht, dass man die Gemeinde Burg-Reuland und die Anwohner der N62, die unter dem hohen Verkehrsaufkommen leiden, im Regen stehen lasse: „Ich arbeite mit Bürgermeisterin Marion Dhur zusammen und wir sind gerade dabei, nach alternativen Lösungen Ausschau zu halten, wie der Transitverkehr auf der N 62 eingedämmt werden könnte.“

Eine Möglichkeit wäre eine Kamerasystem, wie es auf den Regionalstraßen N 657 bzw. N 62 zwischen Verviers-Laboru, Theux und Sprimont vorgesehen ist, die sehr stark als Abkürzung zwischen den Autobahnen E 42 (Verviers-Prüm) und E 25 (Lüttich-Luxemburg) in Anspruch genommen wird. „Lkw, die dort nichts verloren haben, können auf diese Weise zur Kasse gebeten werden.“

Die für die Straßenverkehrssicherheit zuständige wallonische Regionalministerin Valerie De Bue (MR) hatte ihrerseits am 16. Dezember 2019 in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der ostbelgischen Ecolo-Abgeordneten darauf hingewiesen, dass die N 62 zwischen St.Vith und Luxemburg nach den ihr vorliegenden Erhebungen weniger unfallträchtig sei als der wallonieweite Durchschnitt. Ebenso wenig könne aus den Zahlen geschlussfolgert werden, den Lkw-Verkehr als Hauptursache für Verkehrsunfälle auf der N 62 darzustellen bzw. diesen entsprechend zu stigmatisieren.

Gleichwohl sagte die Ministerin zu, das Thema N 62 auf einer noch anzusetzenden Kommissionssitzung besprechen zu wollen.

Marion Dhur fällt es sichtlich schwer, dieser Argumentation zu folgen: „Wie viele Menschen müssen denn erst sterben, bis man einsieht, dass die Verkehrssituation auf der N 62 untragbar ist?“ Deshalb freue sie sich über jede Unterstützung, um in Namur Überzeugungsarbeit zu leisten, „denn eines muss jedem klar sein, mit einem Fahrradweg nach Weiswampach wird das Problem nicht gelöst.“

Was die laufenden Straßenbauprojekte betrifft, verweist Anne Kelleter auf den Umstand, dass der vorherige Straßenbauminister Carlo Di Antonio (CDH) kurz vor den Wahlen im Mai 2019 noch einen Infrastrukturplan für die Jahre 2019 bis 2024 auf den Weg gebracht hat. „Die großen Arbeiten, die begonnen wurden, werden selbstverständlich zu Ende geführt, aber ansonsten wird der Infrastrukturplan überarbeitet bzw. überprüft, ob die darin aufgelisteten Projekte im Einklang mit den neuen Zielvorgaben in Sachen sanfter und alternativer Mobilität stehen. Diese umfangreiche Arbeit soll bis im Sommer abgeschlossen sein.“

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