MAUT N62

Die N62-Maut ist kein Aprilscherz!

Kilometersteuer auf belgischen Regionalstraßen ab dem 1. April 2016

Brummis zahlen für Straßenschäden

Ostbelgien.- Am 1. April tritt die neue Regelung der Besteuerung von Lkw und Kleintransportern über 3,5 t in Kraft. Sie ersetzt die oftmals kritisierte und nur zu einem mäßigen Erfolg avancierte Euro-Vignette. Erstmals wird auch die Transitstraße N62 zwischen St.Vith und Wemperhardt von dieser Besteuerung betroffen sein.

Belgien weit ist die Regelung gleich und soll laut zuständiger Straßenbau- und Verkehrsminister der drei Regionen (Brüssel, Wallonie und Flandern) integral in den Ausbau und die Erneuerung des oftmals doch in einem erbärmlichen Zustand befindlichen nationalen Verkehrsnetzes fließen. Je nach Tonnage und Größe des Schwertransporters werden fortan zwischen 7,4 und 20 Eurocent je gefahrenen Kilometer fällig, die mittels eingebauter GPS-Empfänger registriert werden. Der zuständige Minister Maxime Prévot erhofft sich durch diese neue Besteuerung pro gefahrenen Kilometer Mehreinnahmen von über 200 Millionen € jährlich. „Wir möchten die Verursacher von Straßenschäden deutlich mehr zur Verantwortung ziehen und sie auch entsprechend erziehen, logistisch bewusster unterwegs zu sein. Ich denke da beispielsweise an eine bessere Auslastung der Lkw, sowie das Umsatteln auf alternative Transportwege wie die Schiene oder das Wasser. Außerdem liegen wir mit dieser Steuer voll im Verursacher-Trend. Im Bereich der Umweltbelastung durch CO2 konnten wir durch ähnliche Maßnahmen tolle Erfolg verbuchen und die Emissionen senken“. 

Die Transportverbände haben bereits ihren Protest angekündigt und zu einer nationalen Demonstration am 18. Juni eingeladen. Erstaunlich sicherlich auch die Tatsache, dass die Politiker für einige Akteure Sonderregelungen bereit halten wollen. Im Fokus stehen hierbei die Milchtransporte, die Lkw aus Steinbrüchen sowie Landwirte. Für viele Brummi-Fahrer ist dies aber eine grundlegende Diskriminierung, die mit einer Wettbewerbsverzerrung einhergehe. Auf die Frage, weshalb die Transitachse N62 nun auch für diese „Maut“ in Frage komme, antwortete der Minister, dass man dadurch vermeiden wolle, dass Schwertransporter sich doch noch Schlupflöcher suchten um diese Steuer auf gefahrene Kilometer zu sparen. Unerklärlich jedoch dann die Tatsache, dass der andere luxemburgische Zubringer, die neu gestaltete N827 zwischen Grüfflingen und Bého-Quatre-Chemins nicht von dieser Besteuerung betroffen sein wird. Anrainer befürchten bereits ein abzuzeichnendes Verkehrschaos: „Wenn Lkw auf der N62 bezahlen müssen, werden sie in Zukunft alle durch Maldingen und Aldringen fahren!“, so die Einschätzung.

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